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Entlassungvon22FrauenausdemJaitpuraFrauenheim

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Entlassung von 22 Frauen aus dem Jaitpura Frauenheim


          

          



Am 22. November 2009 heirateten 22 Frauen des Jaitpura Frauenheims und konnten dadurch als Teil in die indische Gesellschaft reintegriert werden. Nach monatelanger, mühvoller Vorbereitung durch den Leiter der D-Foundation Hari Om Rai und des gesammten Teams, konnte der Traum dieser Frauen letztlich realisiert werden. Nach detaillierter Informationssammlung und Recherche bezüglich des soziokulturellen und finanziellen Hintergrunds der potentiellen Ehegatten, wurden die 22 Ehen direkt vor Ort im Jaitpura Frauenheim geschlossen. Zu den Hochzeiten waren als Gäste Würdenträger und Staatsbeamten aus dem gesamten Landkreis Varanasi geladen und alle Heimbewohner nahmen an den Zeremonien teil.

Seit wir ihnen von unserem Vorhaben der Verheiratung erzählt hatten, warteten die Frauen voller Spannung auf dieses Ereignis und hatten fleißig daraufhin gearbeitet. Am Tag der Feierlichkeiten war die Freude und Anspannung deutlich spürbar. Eine Heirat ist für die meisten jungen Frauen in dem Heim die einzige Möglichkeit auf Entlassung und das Team der D-Foundation ist überglücklich, dass sie so vielen Frauen helfen konnte. Nun haben sie die Möglichkeit ein normales Leben als Teil einer Familie zu führen.






Den Tag vor den Hochzeiten wurde den Frauen in Erwartung des großen Ereignisses das traditionelle Haldi (turmeric) und Mehandi (Henna) kunstvoll aufgetragen, so dass die Frauen in ihren rot-goldenen Saris, dem traditionellen Hochzeitsgewand, wunderschön aussahen. Der Weg zum Jaitpura Frauenheim war kunstvoll dekoriert und beim Betreten durch das Tor sah man das farbenprächtige Hochzeitszelt und die Stuhlreihen für die Hochzeitsgäste.

Insgesamt wohnten 150 Gäste, darunter amtliche Würdenträger und Regierungsbeamte, den Hochzeitsfeierlichkeiten bei, was für die Beteiligten den Tag zu einem unvergesslichen Ereignis machte. Unter den Gästen waren sechs Paare, die in der Zeremonie des vorherigen Jahres verheiratet wurden. Eine dieser Frauen war Laxmi, die Virendra aus Ramnagar geheiratet hatte und ihre kleine Tochter mit zu der Hochzeitszeremonie gebracht hatte. Sie sah sehr glücklich und zufrieden aus und scheint sich mit ihrem Ehemann sehr gut zu verstehen.






Die angehenden Ehegatten erschienen mit ihren „barat“ (den nahen Verwandten) vormittags um 11h. Zwei Polizeibeamten warteten zu Pferd am Eingang zum Frauenheim und hießen die Ehegatten und Gäste in glamouröser Aufmachung willkommen. Die Atmosphäre wurde festlich, als mit dem traditionellen Brauch des „Jaimal“ (dabei werden die Köpfe der Ehepaare mit Blumen und Girlanden geschmückt) begonnen wurde. Anschließend kamen der Gemeindemagistrat A.K. Upadhayaya, der Divisionskommandeur Nepal Singh und andere Staatsbeamten zum „Mandap“ (die Ehepaare werden vor den Priester geführt) und zum „Kanyadan“ (Eheschließungsritual). Die Zeremonie mit ihren Ritualen wurde vom Gesang eines schönen vedischen Mandras begleitet.

Während der Zeremonie wurden Geschenke wie Haushaltsgegenstände, Saris und dekorative Kunstgegenstände an alle Bräute vergeben.

Im Laufe der Hochzeitsrituale wurden die Ehemänner registriert (nach hinduistischen Hochzeitsregeln) und die Eheschließungsurkunden wurden ihnen ausgehändigt. Alle Anwesenden im Frauenheim waren gerührt, als ein Journalist Versha (Braut) zu ihrem Ehemann Sanjay Kumar, einen physisch behinderten Privatkaufmann befragte und sie sagte: „I will versuchen, seine linke Hand zu werden.“






Schon monatelang vor den Hochzeiten waren wir von der D-Foundation mit deren Planung und Organisation sehr beschäftigt. Die Hochzeitsvorbereitungen liefen auf Hochtouren und verlangten viel Engagement, da Musiker arrangiert, das Heim geschmückt und Einladungen versendet, Geschenke besorgt und vieles mehr erledigt werden musste. Wir haben unser Bestes gegeben, um diesen Tag so erfolgreich, freudig und friedvoll wie möglich zu gestalten. All unser Personal und alle freiwilligen Mitarbeiter haben an den Feierlichkeiten teilgenommen und sich sehr über das großartige Ergebnis der mühevollen Arbeit gefreut.

Nun können die jungen Frauen ein neues Leben mit ihren Ehegatten und deren Familien beginnen. Wir werden ihre Schritte und die Integration in die neuen Gemeinschaften natürlich beobachten, um uns zu vergewissern, dass alle wohlauf und zufrieden sind. Wir danken all den Ehemännern für ihren Mut und beten für sie und ihre Familien.

Nicht zuletzt danken wir allen, die uns bei unserem Vorhaben unterstützt haben. Die vor Freude glühenden Gesichter und das Lachen der Frauen zu sehen, hat uns nochmals deutlich gemacht, was es bedeutet, Teil eines solchen Ereignisses zu sein.






Herzlichen Dank


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